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Wider das Vergessen
Am 9. November 1989 öffnete sich die Mauer dank vieler Menschen, die sich nicht mehr den Mund verbieten ließen. Menschen, die für die Freiheit von uns allen auf die Straße gingen.

Seither hat sich vieles verändert. Manch einer empfindet vielleicht, seine Situation habe sich seit dem verschlechtert. Man erinnert sich verklärt an die Zeit vor dem Mauerfall zurück und sagt \"Es ging uns doch nicht schlecht\".

Doch wir wollen ermahnen und wachrütteln. Deshalb haben wir die folgende Bilderserie entworfen.
Erinnern wir uns zum Beispiel daran, dass wir in Unfreiheit lebten, dass wir nicht sagen durften was wir wollten.

\"Es ging uns doch nicht schlecht\": Wahlen - eine einzige Farce. Wir konnten nur eine vorgefertigte Liste bestätigen oder ablehnen. Wer sich traute, sein Kreuz bei Nein zu setzen, wurde dann von 98% Wahlzustimmung überrascht und musste Repressalien befürchten.

\"Es ging uns doch nicht schlecht\": Wer dieses Land verlassen wollte, musste sich ebenfalls privaten und beruflichen Repressalien aussetzen. Doch nicht nur er selbst, sondern die gesamte Familie wurde benachteiligt. Viele derer, die versuchten den \"antifaschistischen Schutzwall\" zu überwinden, fanden an ihm den Tod.

Jedoch, nach Aussage der eidesstattlich bestätigten Rechtsnachfolgepartei der SED gab es so etwas wie einen Schießbefehl ja nicht.

\"Es ging uns doch nicht schlecht\": durchschnittlich 15 Jahre betrug die Wartezeit auf einen neuen PKW.

\"Es ging uns doch nicht schlecht\": Schlangen vor dem Bäcker, der HO, dem Konsum, dem Gemüseladen wenn es mal etwas gab...
Farbfernseher für 5000,00 Mark der DDR bei einem Durchschnittseinkommen von 850,00 Mark...

\"Es ging uns doch nicht schlecht\": Ein Werkstatttermin für seinen mühsam erstandenen PKW in ca. einem halben Jahr. Es sei denn, man kannte da jemanden...

Diese Aufzählung ließe sich vielfach verlängern. Ich bin überzeugt, jedem von Ihnen, der in der DDR lebte, fällt da noch vieles ein.

Ach so, stimmt - es ging uns ja nicht schlecht, aber was bedeutet das eigentlich?!

Ihr Michael Vogel
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